Die Luftfahrt-, Raumfahrt- und Verteidigungsindustrie wächst weiter in allen relevanten Segmenten und sieht sich laut dem AlixPartners Aerospace & Defense Outlook 2024 einem historisch hohen Auftragsbestand gegenüber. Zeitgleich steht die Industrie im Jahr 2024 vor miteinander verknüpften disruptiven Herausforderungen.

Neben den Problemen beim Hochlauf gehören zu diesen Herausforderungen die Konflikte in der Ukraine und im Nahen Osten, Spannungen im asiatisch-pazifischen Raum, Störungen der Lieferkette, Fachkräftemangel, Wachstum im Weltraumsektor, verstärkte Bemühungen zur Qualitätsverbesserung, Zunahme der Aktivitäten von Private-Equity-Firmen sowie ökonomische und ökologische Nachhaltigkeit. 

  1. Kampf um Talente: Der Arbeitskräftemangel hält in der gesamten Branche an und schränkt Produktionsanläufe, Wachstum und Technologieentwicklung ein.
  2. Störungen der Lieferkette: Auch wenn sich die Lieferzeiten nach der COVID-19-Pandemie verbessern, bleiben Engpässe, Qualität und Leistung der Zulieferer entscheidend für den Erfolg.
  3. Krieg in der Ukraine: Da kein Ende in Sicht ist, wird von der industriellen Fertigungsbranche weiterhin verlangt, mehr zu liefern und dies schneller als je zuvor.
  4. Konflikt im Nahen Osten: Die industrielle Infrastruktur war bereits durch den Ukraine-Krieg belastet, doch ein neuer Konflikt hat die Herausforderungen weiter verschärft.
  5. Spannungen im asiatisch-pazifischen Raum: Die wachsende Besorgnis über die regionale Stabilität erfordert eine erneute Konzentration auf Bündnisse zur Abschreckung.
  6. Hochlauf der Produktion: Sowohl im Verteidigungs- als auch im zivilen Sektor werden die internen Kapazitäten und die Fähigkeit der Lieferanten, 2024 liefern zu können, weiter strapaziert.
  7. Wachstum in der Raumfahrt: Das beispiellose Wachstum von Satelliten und Aufträgen im Low Earth Orbit stellt die Industrie vor die Herausforderung, anspruchsvolle Zeitpläne einzuhalten.
  8. Zunehmende PE-Aktivitäten: Die spürbare Belebung der Deal-Aktivitäten im Jahr 2024 dürfte sich im weiteren Verlauf des Jahres fortsetzen.
  9. Verstärkte Fokussierung auf Qualität: In der gesamten Branche ist dies keine zwingende Selbstverständlichkeit mehr; Zulieferer und OEMs müssen sich auf die Qualitätsverbesserung konzentrieren.
  10. Nachhaltigkeit: Das Netto-Null-Emissionsziel bis 2050 übt weiterhin Druck aus, nachhaltige Technologien zu entwickeln.

Zunahme an M&A Aktivitäten erwartet

Zu den Faktoren, welche die globale Industrie beeinflusst haben, zählen unter anderem M&A Aktivitäten, welche im letzten Jahr relativ gedämpft waren, aber laut AlixPartners im Jahr 2024 wieder an Schwung gewinnen sollen. Nachhaltigkeit, die entscheidend ist, um dem zunehmenden ESG-Druck gerecht zu werden, wird immer stärker zu einem Deal-Treiber. Dabei zielen die Aktivitäten entweder auf den Erwerb transformierender Vermögenswerte oder auf die Ausgliederung von Assets, die als ESG-schädlich angesehen werden. Während Private-Equity-Firmen sich an das höhere Zinsumfeld anpassen, sind sie gleichzeitig damit befasst, mit strategischen Investoren Schritt zu halten.

AlixPartners erwartet, dass Private-Equity Firmen sowohl auf der Käufer- als auch auf der Verkäuferseite aktiv bleiben werden, wobei operative Verbesserungen den meisten Investmentthesen zugrunde liegen. Weitere Faktoren, die Transaktionen beeinflussen, sind künstliche Intelligenz und die bevorstehenden Wahlen in den USA und Europa. Verteidigung, Raumfahrt und öffentliche Dienstleistungen werden alle als mögliche Hotspots für kommende Transaktionen erwartet. Die Unsicherheiten in der Produktion, Fragen zur Zukunft des Flugzeug-Strukturbaus und die Ausmusterung zunehmend älter werdender Flugzeugflotten werden die M&A Aktivitäten in der kommerziellen Luftfahrt weiter vorantreiben.

Die disruptiven Ereignisse der Branche bieten den Akteuren der Branche beträchtliche Chancen und weitreichende Potenziale für die kommenden Jahre, wenn sie richtig gemanagt werden. Die Performance und das Wachstum werden in der Branche deshalb in hohem Maße von der Anpassungsfähigkeit abhängen.

 

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